Vom Erdöl zum Fleece-Pulli

Klima-Unterricht an der Gemeinschaftshauptschule Lotte

In einer spannenden und lehrreichen Doppelstunde erfuhren Schüler der Gemeinschaftshauptschule in Wersen durch Ruth Dobrindt, Dozentin der Energie-Agentur NRW, viel Wissenswertes und Wichtiges zum Thema „Energie und Kunststoffe“.

Lottes Klimaschutzmanager Marc-Philipp Nikolay hatte Lehrerin Melanie Havermeyer vom Klima-Projekt, das in NRW läuft, berichtet, die sogleich begeistert das Thema in den Unterricht der achten Klasse mit einplante und demnächst mit ihren Schülern passend dazu über Naturkatastrophen sprechen wird.

Klimaschutz in der Gemeinde

Ruth Dobrindt reiste frühmorgens von Bonn nach Lotte und brachte Arbeitsbroschüren und alle Materialien für die Experimente mit. Nicolay berichtete, wie die Gemeinde Lotte Energie einspart, zum Beispiel durch den Einsatz von LED Lampen, und welche weiteren Projekte geplant sind.

Verschwendung von Erdöl für Kunststoffe

Dass sich Kunststoffe fast überall um sie herum befanden, stellten die Schüler schnell fest, als sie sich im Raum umschauten und nach Dingen suchten, die nicht aus Kunststoff bestehen oder ihn enthalten. „Wir leben in einem Kunststoffzeitalter, er ist überall gegenwärtig“, betonte die Dozentin.

Schüler Hakim wusste, dass Kunststoff aus Erdöl hergestellt wird. Dobrindt hielt ein Fläschchen dieses Inhaltes und eine Plastiktüte in die Höhe und erklärte, dass die gleiche Menge Rohöl für nur eine Plastiktüte verbraucht werde: „In 50 Jahren kann es schon eng werden mit Erdöl. Wir sollten überlegen, wie man es einsparen oder ersetzen kann, denn Verpackungskunststoffe sind eine hohe Verschwendung von Erdöl.“

Kleinste Plastikteile

Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff, erfuhren die Schüler, als sie Kunststoffmüll untersuchten und ihn nach Recyclings-Nummern sortierten. Mikroplastik gehört ebenfalls zu den Kunststoffen und besteht, wie der Name schon verrät, aus kleinsten Kunststoffteilchen. Es wird extra für Kosmetikprodukte hergestellt, ist zum Beispiel in Peelings und Gels enthalten.

In einem Experiment schäumten die Schüler eine kleine Portion Peeling mit Wasser auf und filterten die Flüssigkeit. Übrig blieben fühlbare und sichtbare Mikroplastikreste. Diese gelangen in Abwässer, Kläranlagen und schließlich in Flüsse und Meere und von dort durch die Tiere, die sie aufnehmen wieder in die Nahrungskette. „Schaut euch bitte die Inhaltsstoffe an, bevor ihr Kosmetikprodukte kauft“, bat Dobrindt die Jugendlichen.

Vom Kunststoff zum Rohstoff

In einem weiteren, feurigen Experiment, für das die Schüler Schutzmaßnamen trafen, stellten sie fest, dass durch Erhitzen von Getränkeflaschen-Kunststoff lange Fäden gezogen werden können. Fabian musste sogar auf einen Stuhl steigen, so lang wurde sein Kunststoff-Faden. Märte staunte, als die Dozentin berichtete, dass solche Fäden zu Fleece-Kleidung verwoben werden: „Für einen Fleece-Pullover braucht man ungefähr 16 PET-Literflaschen!“ Abfallstoffe wie PET sind somit zu einem Wirtschaftsfaktor geworden.

Auf Klimareise durch die Gemeinde

Am 6. Juli werde sich die Klasse auf eine Klimareise begeben und Firmen in der Gemeinde besuchen, die vorbildlich Energie einsparen, gaben Havermeyer und Nikolay bekannt. „Da wir aus organisatorischen Gründen leider nicht mit Rädern, sondern mit einem Bus fahren und somit zum CO2-Ausstoß beitragen, möchten wir anschließend als Ausgleich einen Baum pflanzen“, versprach die Pädagogin.

 

Ein Artikel von Erna Berg

EnergieAgentur.NRW - KlimaTeens

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